Buntes Urlaubsglück

Couple meets Innsbruck – und wie meine Gedanken lernen loszulassen

24. September 2019

Unglaubliche zehn Jahre ist es her, dass der Mann und ich allein Urlaub gemacht haben. Selbstbestimmt und immer das, worauf wir Lust hatten. Wir haben gegessen und getrunken, wann wir Lust, Hunger und Durst hatten. Wir haben Kirchen und Museen besichtigt und sind endlose Kilometer gelaufen. Und das war wunderschön! Es hat sich so frei angefühlt.

Mittlerweile bereichern uns seit neun Jahren zwei wunderbare Kinder und der Pärchenurlaub war entsprechend erst einmal passé. Wobei man auch mit Kindern unglaublich tolle Städtetrips machen kann. Wir waren mit beiden bereits in Hamburg, Berlin und Salzburg und hatten eine Menge Spaß und haben viel erlebt.

Und trotzdem tat das letzte Wochenende so unglaublich gut. Es war Erholung für meinen Körper, meine Seele und meinen Geist. Bei strahlendem Sonnenschein durften wir diese bezaubernde Stadt kennenlernen und erleben, durch die Gässchen schlendern, am Inn entlang laufen und im Vordergrund stand das ICH und das WIR ALS PAAR. Erst als ich dort war, habe ich gemerkt, wie sehr ich das eigentlich vermisse. Wie sehr wir als Paar nur noch funktionieren in unserem Alltag. Immer im Spagat zwischen Kindern, Kindergarten, Schule, Terminen, Hobbies, Arbeit und Haushalt.

Und trotzdem haben sich bereits in der Früh die ersten Gedanken eingeschlichen, ob auch alles klappen würde mit den Kindern. Die beiden haben All-In-Urlaub bei den Großeltern gebucht und haben sich voller Vorfreude auf ein Mama-Papa-freies Wochenende auf den Weg in Schule und Kindergarten gemacht. Es war für uns alle Premiere, ein ganzes Wochenende, so anders wie sonst. Urlaub ohne Kinder. Kinder ohne Mama und Papa. Ein komisches Gefühl. Wie würde es der Minimaus gehen, die sich mit Abschieden aller Art sehr schwer tut.

Schon bei der Fahrt dürfen wir die wunderschöne Bergkulisse genießen je näher wir Tirol kommen. Wir reden viel. Und ich schaue immer wieder auf die Uhr. Jetzt hat der Bub Schule aus, die Minimaus wird vom Kindergarten abgeholt. Zwischen diese Gedanken schummelt sich immer wieder das schöne Panorama bei leuchtend blauem Himmel. Und ich merke wie dieses Panorma und der Ausblick auf ein ungezwungenes Wochenende so langsam aber sicher an Macht gewinnen. Die beiden sind sicher, geborgen bei den Großeltern mit viel Spiel, Spaß und der besten Fürsorge.

Wir suchen uns einen Parkplatz und schlendern durch die schönen Altstadtgassen. Wir haben Lust auf Kaffee. Wir bewundern das bunte Treiben der Einheimischen und Touristen und das Treiben in meinem Kopf wird weniger.

So verbummeln wir den Nachmittag in der malerischen Stadt am Inn. Inn’s Bruck. Die Brücke über dem Inn. Namensgeber der Stadt. Wir bestaunen die bunt getünchten Häuser, das Goldene Dachl, setzen uns wieder in ein Kaffee und genießen die Sonne und unsere gemeinsame Zeit.

Auf dem Weg zum Parkplatz schlendern wir nochmals am Inn entlang. Ganz leise schleichen sich Kindergedanken in meinen Kopf. Aber sie sind nur auf der Durchreise, bleiben nicht hängen, sagen mir nur, es ist alles in Ordnung. Jetzt ist Zeit für dich. Für das ICH und das WIR ALS PAAR. Genieße diese schönen Momente, sauge sie auf und halte sie fest in deinem Herzen.

Mit diesen Gedanken, dem Wissen, dass mit der Minimaus und ihrem Bruder alles bestens läuft und etwas erschöpft schlafe ich ein. Mit Vorfreude auf den nächsten Tag und bunten Innsbruck-Lichtblicken im Herzen.

Bis bald!

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