Bunte Gedankenschnipsel

Endlich Ferien! Von anstrengendem Nichtstun, Langeweile und mieser Laune

28. Oktober 2019

Was habe ich mich auf die ersten Ferientage gefreut. Keinen Termin, ausschlafen, gefühlt ewig im Schlafanzug durch das Haus eiern, gemütlich frühstücken, Kaffee trinken, lesen, rumgammeln und einfach mal nichts tun. Hach, wunderbar… wirklich einfach wunderbar….

…denke ich so, während ich noch im Bett liege und aus unerfindlichen Gründen nicht mehr schlafen kann. Es ist halb sechs und der Mann im Haus macht sich fertig fürs Büro.

Keine zwei Minuten später höre ich Türen klappern und nackiges Fußgetrampel bahnt sich den Weg vom Kinderzimmer in das Schlafzimmer. Das Fußgetrampel verstummt aber nur einen winzigen Moment, bevor sich Groß und Klein, a.k.a. Superman und Superwoman, mit ausgebreiteten Armen in das große Bett werfen, ungeachtet dessen, dass Mama noch drin liegt und eigentlich nochmals schlafen möchte… An kuscheln und gemütlich aufwachen ist jetzt nicht mehr zu denken. Kuscheln ist eh uncool. Unsere Superhelden sind bereits auf Betriebstemperatur angekommen und bereit zu neuen Taten. Allerdings nur so lange, bis Klein bewusst wird, dass sie in den Kindergarten darf (muss).

Gut, Plan #1 „Ausschlafen“ habe ich innerlich abgehakt und schleppe mich müde nach unten zur Kaffeemaschine.

Plan #2 „gemütliches Frühstück“ gibt es dann für geschlagene 3 Minuten. Groß und Klein trinken ihren Becher Kakao und haben erstmal keinen Hunger mehr. Allerdings hat Mama nach nur einer halben Tasse Kaffee auch keinen Hunger und Durst mehr zu haben… Herr Groß verkündet mit allerbester Laune, dass er nicht in die Schule muss und gerne spielen möchte. Mit Mama. Ihm ist langweilig…. Madam Klein hingegen bekommt einen Wutausbruch vom Feinsten, weil sie in den Kindergarten muss. Hier folgt innerliches Augenrollen von der immer noch müden Mama. Die Laune ist die Kellertreppe runter gefallen und mies.

Nach diversen „Spielen“ (mal reiten wir auf Bibis Hexenbesen oder haben eine sehr wichtige Paw-Patrol-Mission), bugsieren wir die Madam ins Bad und nötigen sie in ihr heutiges Superwoman-Paw-Patrol-Helden-Outfit. Es ist doch erstaunlich wie kreativ ich morgens Geschichten erzählen kann.

Wenigstens Plan #3 „ewig im Schlafanzug rumeiern“ funktioniert bei Groß. Ins Bad und sich waschen und an ziehen möchten er nämlich nicht. Und ich begrabe die Hoffnung auf wenigstens fünf Minuten Ruhe an diesem Ferienmorgen. Klein könnte übrigens Weltmeisterin im Schnute ziehen werden und lässt alle anwesenden Personen hier im Haus spüren, dass sie das absolut ärmste Kind der Welt ist, weil der Papa sie jetzt in den Kindergarten bringt.

Türe zu, Geplärre draußen. Dieser Moment, wenn die surrende Kaffeemaschine das einzige Geräusch macht….wunderbar. Plan #4, nämlich lesen funktioniert übrigens wunderbar, nachdem Groß endlich zwischen all seinen Büchern, das gefunden hat, dass er lesen möchte. Und dann piept das Handy. Eine Klassenkameradin möchte gerne wissen, ob der Herr Zeit und Lust zum spielen hat. Eine kleines Fünkchen Hoffnung keimt auf. Und ja der Herr hat Zeit und Lust (zu haben…). Was nun folgt, könnte auch eine Szene aus einem Superheldenfilm sein. Der Herr sprintet durch das Wohnzimmer (ungeachtet aller Hindernisse), jumpt die Treppe hoch, die Badezimmertür fliegt auf und er schmeißt sich in die Klamotten, als ob er nur noch wenige Minuten Zeit hätte, die Welt zu retten. Bis die Mama kommt und ihn zumindest zum Zähneputzen und zur Katzenwäsche nötigt. Superhelden brauchen sowas eigentlich nicht.

Das Abliefern bei der Freundin ist dann eher ein Spaziergang und jetzt sitze ich hier, trinke gemütlich meinen Kaffee und überlege, wie man diese dramatischen Szenen von heute morgen am besten verfilmen könnte.

Bis bald!

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